Alpenüberquerung 2022 Etappe 6: zum Gardasee

Alpenüberquerung 2022 Etappe 6: zum Gardasee

Der heutige Tag begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein. Unser Ziel – den Gardasee – wollten wir heute erreichen. Zunächst ging es wieder an Apfelplantagen und tollen Felsen vorbei.

Schöner Radweg

Dann kamen wir an Trento (Trient) vorbei. Es wurde heute richtig heiß und auf unserem Weg war kaum Schatten.

Dennoch kamen wir gut voran.

Über diese schöne Brücke ging unser Radweg. Überhaupt war die Radweginfrastruktur weiterhin spitze. Nur die Hitze machte uns zu schaffen. Schließlich kamen wir nach Rovereto und fanden auch gleich eine Eisdiele mit leckerem Eis zum Abkühlen. Nur die Geschäfte hatten alle Mittagspause. In einem Park machten wir dann Picknick und aßen, was wir noch so an Proviant übrig hatten. Dann ging es über die Etsch und steil bergauf zum kleinen Örtchen Mori. Wir schwitzten ganz schön und freuten uns über einen Trinkbrunnen, an dem wir uns etwas abkühlen konnten.

Es ging weiter in der prallen Sonne zum niedrigsten Pass der Alpen, dem Passo Giovanni mit gerade Mal 287 m, aber in der Hitze trotzdem ganz schön anstrengend.

Dann ging es ein Stück hinab und plötzlich tauchte der Gardasee vor uns auf. Was für ein Ausblick!

Blick zum Gardasee

Wir genossen die steile Abfahrt von Nago nach Torbole und hielten am See an.

Hier war es ziemlich windig, aber immer noch warm. Und es war unwahrscheinlich voll. Stolz und glücklich machten noch ein Familienfoto.

Am Gardasee angekommen

Dann fuhren wir weiter nach Riva del Garda und kamen kaum noch voran, so überfüllt war der Radweg hier. Im Supermarkt kauften wir noch Zutaten und Getränke für unser Abendessen und dann kam noch ein steiler Anstieg, denn unsere Unterkunft – eine Ferienwohnung in einer Ferienanlage – lag hoch oben am Hang. Aber auch das schafften wir und nachdem wir ausgepackt hatten, kühlten wir uns noch im Pool der Unterkunft ab und genossen kalte Getränke auf der Terrasse mit Blick auf den Gardasee.

Blick auf Riva und den See

75 Kilometer waren es heute und auch wieder einige Höhenmeter.

Alpenüberquerung 2022 Etappe 5: entlang der Etsch bis nach San Michele all‘ Adige

Alpenüberquerung 2022 Etappe 5: entlang der Etsch bis nach San Michele all‘ Adige

In der Nacht hatte es wieder geregnet und die Berge waren wolkenverhangen. Wir rollten entspannt an der Etsch entlang bis vor uns ein Tunnel aus Weinranken auftauchte. Wir zogen die Köpfe ein, um hindurchzuradeln, und dann hatten wir einen tollen Ausblick auf Meran und die dahinter liegenden Berge. Die zwei übergroßen Stühle wurden von den Kindern gleich in Beschlag genommen.

Blick auf Meran

Danach schlängelte sich der Weg in Serpentinen bergab und führte hinunter nach Meran. Die Etsch war hier schon ein richtiger Fluss. Weiterhin säumten die vielen Apfelplantagen unseren weg. Hinter Meran führten sowohl die Bahnlinie als auch die Autobahn ebenso wie unser Radweg parallel zur Etsch entlang. Zum Glück war die Autobahn meist auf dem anderen Flussufer und damit nicht allzu störend. Hinter Meran fanden wir einen schönen Pausenplatz an dem wir Kaffee und Pudding kochten. Ein Paar, dass wir in Landeck kennengelernt hatten überholte uns hier und wir kamen ins Gespräch. Kurz vor Bozen kamen dann die teilweise noch schneebedeckten Felsgipfel des Rosengartens in den Blick.

Der Radweg führt unterhalb einer imposanten Festung an Bozen vorbei. Jetzt wurde es richtig warm und wir suchten nach einem Platz für unser Mittagessen. Und auch wenn bisher ganz viele Picknickplätze am Weg waren, genau jetzt kam keiner oder wenn doch einer kam, war er schon besetzt. Dann aber fanden wir eine schöne Sitzgruppe direkt am Fluss, an der wir unsere Brotzeit machten.

Immer wieder Apfelplantagen

Der Radweg war durchgängig asphaltiert und abseits der Straße. Immer wieder flitzten auch Rennradfahrer an uns vorbei. Hier bewährte sich mein Rückspiegel, da ich doch meistens neben einem der Kinder fuhr und dann rechtzeitig Platz machen konnte.

Jetzt war es so warm, dass wir beschlossen in Neumarkt zu einer Eisdiele zu fahren. Diese war sehr voll, aber wir ergatterten noch einen Platz und bekamen leckere Eisbecher. So gestärkt ging es auf den letzten Abschnitt der heutigen Etappe. Wir kamen jetzt auch an vielen schönen Rastplätzen mit Trinkwasser vorbei, so wie an diesem.

Schöne Rastplätze mit Trinkwasser

Hier wurde das Tal wieder enger und tolle Berge und Felsen säumten den Weg.

Zwischen Etsch und Bergen

Schließlich erreichten wir das kleine Hotel in San Michele all‘ Adige das wir reserviert hatten. Offensichtlich hatte der Besitzer ein Fable für den Radsport, denn der Keller, in dem wir unsere Räder einstellten, war voll mit alten Rennmaschinen.

Der Radkeller

Hinter dem Hotel war ein schöner Garten mit Spielgeräten und einem Trampolin, an dem sich die Kinder noch austobten. Dann gingen wir noch in eine Pizzeria, um nach den heutigen 84 Kilometern unsere Akkus für den nächsten Tag wieder aufzuladen.

Alpenüberquerung 2022 Etappe 4: vorbei am Reschensee und hinunter ins Vinschgau

Alpenüberquerung 2022 Etappe 4: vorbei am Reschensee und hinunter ins Vinschgau

Während wir am Morgen unserer vierten Etappe in Nauders frühstückten, verzogen sich die Wolken und beim Packen der Räder begrüßte uns die Sonne. Die Kinder schrieben noch fleißig Postkarten. Dann ging es los. Auch wenn es nur sanft anstieg, mussten wir bald unsere Jacken ausziehen, denn die Sonne wärmte uns ordentlich.

Nach kurzer Zeit überquerten wir die Grenze nach Italien. Die Bergwiesen dufteten und über uns thronten hohe Gipfel. Ein letzter Anstieg war noch zu erklimmen, dann sahen wir den türkisblauen Reschensee vor uns. Ein einladender Spielplatz lag direkt am Weg und während die Kinder ihre überschüssige Energie an den Spielgeräten austobten, kochten wir Großen erstmal eine Tasse Kaffee.

Jetzt mussten wir uns entscheiden, ob wir am rechten oder linken Seeufer entlang fahren wollten. Links läge das Fotomotiv mit dem versunkenen Kirchturm auf dem Weg, aber rechts wäre man weg von der Straße. Letzteres gab den Ausschlag und so bogen wir vom Spielplatz aus rechts ab.

Am Reschensee entlang

Der Weg am See entlang war wunderschön. Die Zahl der Radfahrer nahm im Laufe des Vormittag zu. Ganze Gruppen von E-Bikern waren unterwegs.

Weiter ging es am ebenfalls wunderschönen Lago di San Valentino.

Lago di San Valentino

Am Ende des Sees checkten wir nochmal die Bremsen, dann ging es hinab. Wir fahren durch das schöne mittelalterliche Örtchen Burgeis, füllen unsere Radflaschen auf und nachdem das Wetter heute mitspielt, kochten wir an einem schönen Rastplatz unser Mittagessen. Überhaupt ist der Radweg hier top. Während unserer Pause kam ein Vereinskollege unserer Kinder mit seinem Vater auf dem Rennrad vorbei. Die beiden machten ebenfalls eine Alpenüberquerung, aber mit leichterem Gepäck und deutlich flotter. Gestärkt mit Spaghetti und Tomatensoße rollten wir weiter hinab.

An der Etsch entlang

In Laas fanden wir ein schönes Kaffee, in dem wir einen unglaublich leckeren Apfelstrudel mit Vanilleeis und die Kinder große Eisbecher verdrückten.

Schon seit einer Weile ging es kaum noch bergab. Wir kamen nicht mehr ganz so schnell voran. Wir fuhren immer an der Etsch entlang und kamen jetzt auch durch große Apfelplantagen. Schließlich erreichten wir Naturns, unser Etappenziel. Im Supermarkt besorgten wir uns noch Getränke und Zutaten für unser Abendbrot. Das Hotel lag ganz oben in den Weinbergen. Die Anstrengung wurde mit einem herrlichen Ausblick von unserem Balkon belohnt. Außerdem hatte das Hotel einen Pool indem ich mit den zwei Kindern noch schwimmen ging. 76 Kilometer standen Abends auf dem Tacho. Wir staunten noch, wie unterschiedlich die Landschaften waren, durch die wir heute geradelt waren.

Alpenüberquerung 2022 Etappe 2: über den Fernpass

Alpenüberquerung 2022 Etappe 2: über den Fernpass

Nach dem Regen kommt Sonnenschein. Nach den heftigen Gewittern vom Vortag begrüßte uns heute die Sonne und brachte die Bergblumenwiesen vor dem Frühstücksraum unserer Pension zum Glitzern. Nach einem ausgiebigen Frühstück brachen wir in Richtung Fernpass auf. In Sandalen, denn die nassen Schuhe waren trotz Skischuhtrockner immer noch feucht.

Am Bach entlang fuhren wir in Richtung Süden und legten nach dem ersten Anstieg eine kurze Trinkpause ein.

Kurze Trinkpause

Kurz verlief der Radweg neben der Straße, dann bogen wir ab zum Weißensee. Hier war es so schön, dass ich erstmal einen Fotostopp einlegte.

Gruppenbild am Weißensee

Der Weißensee

Ab jetzt wurde es immer wieder ziemlich steil und unsere Jüngste musste schieben. Der Schotter machte es ihr nicht leichter. Unser Sohn dagegen nahm die Anstiege ganz locker – er hatte ja auch immer wieder Wartezeiten zum regenerieren.

Auf geht’s

So zog es sich ganz schön, aber die wunderbaren Ausblicke auf die Berge entschädigten. Es war angenehm warm, aber nicht zu heiß.

Blick zurück in Richtung Zugspitze

Schließlich kamen wir am höchsten Punkt auf 1.270 m an. Die Aussicht war fantastisch und tief unter uns konnten wir die Fernpass-Bundesstraße sehen.

Dann ging es hinab. Auch das zog sich auf der Schotterstrecke, die stellenweise recht steil war. Aber ich war auch ganz froh, dass unsere Kinder sehr bedacht und vorsichtig hinab fuhren.

Abfahrt

Irgendwo hatten wir eine Abzweigung verpasst und so mussten wir dann noch die Bundesstraße überqueren. Auf der anderen Seite trafen wir dann einen freundlichen Radfahrer, der uns sagte, dass unser Irrtum sogar eine kleine Abkürzung war und bald fuhren wir wieder auf der Via Claudia Augusta. An einer Bank mit Tisch machten wir Rast.

Danach kamen wir noch zu einer spektakulären Passage entlang einer Felswand hoch über dem Fernsteinsee. Ich war ganz froh, dass der Weg mit Geländer gut gesichert war.

Spannende Radpassage

Etwas später war noch ein Teil der originalen Via Claudia Augusta der Römer zu erkennen.

Alte Via Claudia Augusta

Der türkisfarbene Fernsteinsee hat uns sehr in seinen Bann gezogen.

Der Fernsteinsee

Hinter dem Schloss Fernstein war der Radweg wieder asphaltiert und wir konnten richtig schnell bergab flitzen. Dann durchquerten wir Nassereith. Im weiteren Verlauf war der Weg wieder geschottert und führte über eine Kuhweide am Waldrand oder durch lichten Wald. Über den Schatten waren wir jetzt ganz froh. Auf einer Lichtung machten wir unsere Mittagspause und ein ausgiebiges Picknick.

Blick in die Berge bei Nassereith

Auf dem Weg nach Imst kamen wir dann noch an einem tollen Hexenspielplatz vorbei. Und auch wenn unsere Pause noch nicht lange her war, hier musste unsere Jüngste alles entdecken.

In Imst gab es ein kleines Missverständnis mit meinem Mann, sodass er mit meinem Sohn eine Eispause machte und meine Tochter und ich an ihnen vorbei fuhren. Es ging hinab zum Inn. Eine Baustelle ohne Umleitung konnten wir – da Feiertag – einfach durchfahren. Der Inn hatte eine tolle türkisblaue Farbe. Und mein Mann holte uns auch bald wieder ein. Zunächst verlief der Radweg zwischen dem Inn und der Autobahn, dann aber weitete sich das Tal wieder und wir kamen durch hübsche Dörfer.

Im Inntal

Der Radweg war perfekt ausgebaut und wir kamen schnell voran.

Am Inn entlang

Das war auch gut so, denn schon wieder zogen dunkle Wolken auf. Noch zwei kleinere Anstiege gab es, aber auf Asphalt stellten sie kein Problem dar.

Noch eine Abfahrt

Kurz vor Landeck fuhren wir nochmal über den Inn.

Über den Inn

Inzwischen war es ganz schön dunkel geworden.

Dunkle Wolken

In Landeck fuhren wir schnell zu unserem Hotel. Diesmal eine etwas schickere Unterkunft – es war die einzige, die ich noch bekommen hatte. Der Abstellraum für die Fahrräder hatte sogar automatische Schiebetüren. Und während die Kinder chillten, konnten Felix und ich den Wellnessbereich nutzen. Ein erstes Gewitter zog über uns hinweg, aber so gemütlich von der Liege aus, war das schon in Ordnung.

Wellness im Hotel

Allerdings schüttete es immer noch, als wir zum Abendessen aufbrachen. Und die Pizzeria, die wir uns ausgesucht hatten, war leider geschlossen. Schließlich fanden wir aber noch ein Lokal und spachtelten ordentlich in uns hinein. Nach 54 Kilometern und reichlich Höhenmetern mussten wir ja die Energiereserven wieder auffüllen.

Landeck im Regen
Alpenüberquerung 2022 Etappe 1: von Füssen nach Biberwier

Alpenüberquerung 2022 Etappe 1: von Füssen nach Biberwier

Im Januar plante ich unsere Radreise über die Alpen. Unsere Älteste war diesmal nicht mit dabei, da sie ihre Cousine und ihre Tante in den USA besuchen wollte. Wir waren also zu Viert: mein Mann Felix, unser 11-jähriger Sohn und die 7-jährige Tochter. Da es bei unseren Pfingstradtouren eigentlich immer regnet, es um diese Jahreszeit in den Alpen auch noch richtig kalt werden kann und damit unser Gepäck nicht so schwer ist, buchte ich im Voraus Zimmer in Hotels oder Pensionen. Damals war vom 9-Euro Ticket keine Rede. Als dann aber im Mai in der Presse diskutiert wurde, ob man die Fahrradmitnahme in Nahverkehrszügen einschränken sollte, wurde mir ganz Bange. Genau am Pfingstsonntag sollte es losgehen. Also schaute ich, ob es irgendwelche Alternativen zum Zug gab oder wir die Räder schon eine Woche früher nach Füssen transportieren könnten. Aber eine wirklich sinnvolle Lösung gab es nicht. Wir nahmen die früheste Zugverbindung die möglich ist. Nach 5 Kilometern Fahrt kamen wir zum Bahnhof. Kurz vor 8 Uhr stiegen wir in die S-Bahn, die zwar für Sonntag Morgen relativ voll war, aber wir fanden Problemlos mit unseren Rädern Platz.

Im zweiten Zug von Nürnberg nach Augsburg hatten wir überraschenderweise fast durchgehend ein komplettes Abteil für uns alleine.

Im Zug von Nürnberg nach Augsburg

Im dritten Zug, der uns nach Füssen brachte, war es zunächst entspannt, dann stiegen immer mehr Jugendliche in Tracht und mit deutlichem Alkoholpegel (offensichtlich auf dem Weg zu einem Volksfest) in den Zug, bis dieser brechend voll war. Wir waren sehr froh, als wir in Füssen um die Mittagszeit ausstiegen. Da für den Nachmittag Gewitter angesagt waren, beeilten wir uns, auch wenn Füssen und der schöne Radweg am türkisblauen Lech zum Verweilen eingeladen hätten.

In Füssen am Lech entlang

Nur am Lechfall legten wir einen kurzen Fotostopp ein.

Bald kamen wir zu unserem erste Pass, dem Kniepass, der schnell bezwungen war. Noch schien die Sonne.

Am Kniepass

Aber schon bald zogen dunkle Wolken herauf.

Dunkle Wolken

Als wir in Reutte ankommen, war das Gewitter schon ganz nahe. Während wir noch nach einem Unterschlupf suchten, begann es zu regnen. Wir fanden einen Imbiss, in dem wir – so die Hoffnung – das Gewitter abwarten könnten. Allerdings waren wir noch nicht wirklich weit gekommen. Als es aufgehört hatte zu donnern, zogen wir unsere Regenponchos an und fuhren wieder los. So lange, bis das nächste Gewitter auf uns zurollte. Zu allem Überfluss hatten wir auch noch eine Abzweigung übersehen. Wir standen also in einem kleinen Ort in einer Wohnsiedlung als es wieder blitzte und donnerte. Jetzt weiterzufahren erschien uns zu gefährlich und wir stellten uns bei einem Wohnhaus unter das Vordach. Im Nachhinein bemerkten wir, dass es ein Glück war, dass wir uns verfahren hatten, denn sonst hätte uns das Gewitter mitten im Wald erwischt. Es war ein richtiges Unwetter, das um uns herum tobte. Irgendwann regnete es durch die Windböen horizontal und wir wurden trotz Dach richtig nass.

Im Unwetter

Über eine Stunde tobte das Unwetter. Schließlich bekam unsere Tochter trockene Anziehsachen (bis auf die nassen Schuhe) und wir fuhren wieder los. Es regnete immer noch und wir mussten ein Stück zurück fahren bis wir wieder auf die Via Claudia Augusta kamen. Jetzt ging es sehr steil mit bis zu 18% Steigung hoch zur Burg Ehrenburg. Wir mussten alle schieben und die Stimmung war ziemlich im Keller. Im Regen fuhren wir unter der Highline hindurch, auf der tatsächlich noch zwei Menschen unterwegs waren. Um unsere Kleine etwas aufzumuntern, versprach ich ihr, dass sie sich am Gardasee ein kleines Kuscheltier aussuchen dürfte. Es funktionierte. Plötzlich erzählte sie mir fröhlich, dass es eine Eule sein sollte und obwohl es nochmal ordentlich bergauf ging war die Laune wieder gut. Der Weg war auf diesem Abschnitt überwiegend Schotter und an einer Stelle hatte sich der Weg durch den vielen Regen komplett in einen Bach verwandelt.

Der Weg wurde zum Bach

Schließlich kamen wir nach Heiterwang. Immerhin ließ der Regen zunehmend nach. Felix und ich machten uns Sorgen, unsere Unterkunft in Biberwier noch bei Tageslicht zu erreichen und dachten über einen Abbruch nach. Vielleicht könnte man ja auch den Bus nehmen… Aber den Fernpass der für den nächsten Tag anstand, wollten wir früh angehen und nicht erst noch die Räder irgendwo abholen müssen. Wir fragten die Kinder nach ihrer Meinung und beide wollten unbedingt weiterradeln. Also gut.

Kurz vor Heiterwang

Nach Heiterwang wurde der Weg wieder schlechter und bei einer Abfahrt stürzte unser Sohn, verletzte sich aber zum Glück nicht. In Leermoos hörte der Regen dann endgültig auf und vor uns ragte das Zugspitzmassiv in die Höhe.

Blick zur Zugspitze

Jetzt wurden die letzten Kräfte mobilisiert und wir fuhren durch traumhaft schöne Landschaft durch das Ehrwalder Becken nach Biberwier. 50 Kilometer waren es heute inklusive der 5 km von uns zu Hause zum Bahnhof.

Bei Ehrwald

Unsere Wirtin empfing uns sehr freundlich und wir waren froh, dass es im Skiraum sogar einen Skischuhtrockner gab auf den wir unsere nassen Schuhe zum trocknen stecken konnten. Ich wrang meine Socken aus und meine Füße fühlen sich verschrumpelt und durchgeweicht an. Alle Vier genossen wir eine heiße Dusche und dann hingen wir unsere restlichen nassen und dreckigen Sachen auf. Jetzt hatten wir richtig Hunger. Pizza bestellen funktionierte nicht – wir fanden keine Pizzeria, die nach Biberwier liefert. Laut unserer Wirtin hatte noch ein Restaurant geöffnet. Aber als wir dort ankamen, wurde uns gesagt, dass die Küche schon geschlossen hat. Zum Glück hatten wir eine Essensration für den Campingkocher dabei, die wir in der Pension kochen durften. Inzwischen war es sehr spät geworden, aber die komplette Nudelportion wurde noch aufgegessen, bevor wir müde in die Betten fielen.